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Warum handele ich so?

Warum ist das so? Warum handele ich so, wie ich es tue? Ich glaube, zumindest für mich, ist es schwer, dass nicht zu wissen. Ich versuche so etwas immer zu rationalisieren, was in der Gefühlswelt natürlich nicht immer passend ist. Aber dennoch möchte ich gerne die Hergänge im Gehirn und der Gefühlswelt verstehen lernen, um so vielleicht auch mich zu verstehen.

Ganz oft ist unser Verhalten relativ einfach zu erklären. So ist es auch, wenn man ein Trauma erlebt hat. Ich habe mir dazu „Das große Trauma-Selbsthilfebuch“ von Jasmin Lee Cori bestellt. Und auch wenn ich wirklich nicht aus diesem Bereich komme oder es in irgendeiner Weise gelernt hätte, verstehe ich was sie meint.

Ganz grob runtergebrochen und vereinfacht, funktioniert unser Gehirn nicht richtig, wenn wir ein Trauma erlebt habe. Neurotransmitter geben uns falsche Signale, wodurch wir nach Außen oft so wirken, als würden wir irrational handeln. Eigentlich ist es auch so. Unser Trauma belastetes Gehirn spürt noch immer eine Angst, die nicht da ist. Oft reicht schon Stress als Impulsträger, um bei uns dieses Gefühl auszulösen. Dadurch angestoßen, fallen wir ganz oft wieder in diesen Selbstschutzmodus, um eben nicht weiteren Schaden an der Seele zu erleiden.

Das bedeutet aber eben auch, dass in meinem Fall zum Beispiel, es reicht, wenn ich irgendwo einen Knall höre, um in diesen Modus zu rutschen. Genau da ist es vielleicht wirklich gut, dass ich verstehe, was mit mir gerade passiert. Dass ich verstehe, welche Signale mein Körper gerade sendet, um entsprechend darauf zu reagieren.

Natürlich wäre es ein einfaches zu sagen, ich gehe diesen Situationen konsequent aus dem Weg und dann werde ich auch nicht mehr in diesen Zustand versetzt. So einfach ist es aber nicht. Ich glaube, wenn man sich nicht bewusst dessen aussetzt, lernen man nie, wie man das Gefühl in eine andere Richtung lenken kann.

Wenn wir bei dem Beispiel mit dem Knall bleiben. Natürlich ist es ein wirklich unangenehmes Gefühl. Das muss es auch sein. Das Grundsignal „Gefahr“ ist ein wichtiges und das sollten wir uns auch nicht abtrainieren. Aber in der Situation, wo keine Gefahr besteht, wäre es wichtiger, sich selbst zu zeigen, dass keine Gefahr besteht. Die Autorin nennt im Buch eine Übung, die einem Hilft, von dieser Angst etwas Abstand zu nehmen.

Rutscht man in dieses Gefühl hinein, merkt man es ganz deutlich. Ab da ist es an uns selbst, uns an Dinge zu halten, die positiv sind. Steht man zum Beispiel in einem Raum, kann man versuchen, diesen sich innerlich zu beschreiben. „Welche Farbe hat die Tapete? Sind Stühle da? Wie sehen diese aus? „usw. Je weiter wir ins Detail einen Gegenstand beschreiben, desto mehr tricksen wir unser irrational denkendes Gehirnarial aus und versuchen es wieder auf Normalstand zu setzen.

Ich für mich glaube, dass diese Übung wirklich gut umsetzbar ist und werde es auf jeden Fall probieren, wenn es notwendig ist.

Bildquelle: Wencke Schröder