Gibt dem Menschen doch bitte die Individualität wieder!

Schauen wir uns Werbungen und Filme an, kommen uns zig Stereotypen entgegen, die beschreiben, wer wir zu sein haben. Für mich erscheint das immer irgendwie komisch. Unseren Kindern erzählen wir, dass sie sein dürfen, wer sie sein wollen. Wir unterstützen sie darin, ihre eigene Identität zu bilden. Bis zum Schulstart klappt das auch ziemlich gut. Doch ab dem Tag der Einschulung fängt es an, dass die Identität fremd bestimmt wird. Die Kinder werden standardisiert, haben ein Bild zu erfüllen und müssen in allen Fächern gleich gut sein. Ab diesem Tag wird der Wert eines Kindes über Noten bestimmt. Bis zum 18. Lebensjahr und dem Ende der Schulpflicht sollen diese kleinen Menschen zu einem voll funktionsfähigen Mitglied der Gesellschaft herangewachsen sein. Ab diesem Zeitpunkt sollen diese jungen Erwachsenen wieder selber entscheiden, wer sie eigentlich sein wollen. Und das, nachdem ihnen für die letzten Jahren diese Entscheidung abgenommen wurde. Studium, Ausbildung oder gemeinnützige Arbeit fordern eine klare Entscheidung. Wer bist du und wer willst du sein? Und vor allem, was willst du für dein restliches Leben beruflich machen?

Diese Entscheidung der Indentitätsfindung ist für einen jungen Erwachsenen nicht machbar. Gerade in der heutigen Zeit, in der Social Medias nicht nur unsere virtuelle Welt bilden. Die virtuelle Welt und das reale Leben bilden eine Verbindung miteinander. Dennoch ist es schwer, zu sehen was echt und was nur virtuell ist. Falsche Frauen- und Männerbilder beeinflussen uns mehr, als wir vielleicht wahrnehmen. Diese Faktoren bilden solch einen Druck auf, dass es tatsächlich zu einer Krise kommen kann. Immer wieder taucht die Frage auf, wer man eigentlich ist. Ich glaube, dass gerade das Alter von 18 Jahren bis Ende 20 einen Menschen deutlich mehr formt als die Schulzeit. In dieser Altersspanne treffen wir wichtige Entscheidungen, sammeln Lebenserfahrung und lernen was wirklich Freundschaft, Familie und Beziehungen bedeutet.

Durch unser System wird uns aber deutlich gemacht, dass wir doch bitte früher unsere Entscheidungen bezüglich des beruflichen Werdeganges wählen sollen. Förderungen für Ausbildung und Studium haben ein Verfallsdatum. Bis zum 25. Lebensjahr ist es noch einfacher Förderungen zu bekommen. Doch danach ist man Spätstudierender oder Auszubildender. Diese Frist führt zu Impulshandlungen oder das Gefühl es nicht mehr zu schaffen. Wenn ich jetzt mal auf mich schaue, muss ich zugeben, dass ich mit 18 Jahren sicherlich nicht diesen Studiengang gewählt hätte. Und ich wäre mir sicherlich auch nicht der Wichtigkeit des Lernens oder einer guten Hausarbeit bewusst gewesen. Mit 29 Jahren habe ich reichlich Lebenserfahrungen gemacht, die mir die Sicherheit geben, den richtigen Weg eingeschlagen zu haben. Und diese Lebenserfahrung war auch wichtig, um mir bewusst zu werden, was ich nach dem Studium noch erreichen möchte.

Was ich durch diesen Artikel sagen möchte? Das Schulsystem sollte es ermöglichen, die Kinder ihre Identität finden zu lassen. Man kann einen Menschen nicht standardisieren und man tut diesen kleinen Menschen damit auch keinen Gefallen. Ich verstehe, wo es in unserem Land herkommt. Aber auf lange Sicht wäre es sicherlich hilfreicher und erfolg führender, wenn man Interessen, Talente und Begabungen früher erkennt und fördert. Ich weiß nicht mehr wo ich es mal gehört habe. Aber man kann von Fischen nicht verlangen, dass sie ausgezeichnet fliegen können. Und so sehe ich es auch. Gibt dem Menschen doch bitte die Individualität wieder.

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