So viel positives Feedback

Ich hatte die ersten Tage wirklich meine Bedenken, mich ohne Haare in der Öffentlichkeit zu zeigen. Ich glaube, dass da zwei Faktoren eine große Rolle spielten. Zum einen natürlich das Bild, was eine Frau auch bei in Deutschland zu erfüllen hat. Nur mit langen Haaren sind wir weiblich und nur dann sind wir gute Frauen und Mütter. Man eckt an mit dem Aussehen, wenn man als Frau einen rasierten Kopf hat.

Und dann war da mein eigenes Selbstbewusstsein, was nicht groß ausgeprägt ist. Aber in den letzten Tagen wuchs mein Mut und ich habe mich mehr getraut so rumzulaufen. Mir fällt auf, dass manche schauen. Manche sind neugierig, andere nicht nur positiv dem gegenüber gestimmt. Natürlich falle ich morgens beim Bäcker, wenn dort ältere Menschen sind etwas mehr auf.

Aber ich merke, dass es mir gut tut. Ich kann mich nicht mehr hinter einer langen Mähne verstecken und muss mich im wahrsten Sinne des Wortes zeigen. Ich kann mich nicht mehr verstecken und ich glaube, dass ich dadurch in mir selbst als Person wachse. Ich lerne, wie es mir egal sein kann, was andere für ein Bild von mir haben. Das war für mich immer enorm wichtig gewesen.

Mein Wunsch danach, dass andere mich mögen. Es ging so weit, dass ich mein eigenes Bild von mir selbst verlor und mich nur noch auf die Meinung anderer verlassen habe. Es führte zuletzt dann dazu, dass ich irgendwie verzweifelt war. Wer war ich? Wer bin ich nun?

Noch immer die Selbe glaube ich. Aber vielleicht etwas größer, mutiger und sicherer. Klar treffen mich noch immer die Meinungen anderer und das werde ich glaube ich nicht so schnell loswerden. Aber verlasse mich nicht mehr darauf, dass sie mir ein positives Gefühl geben. Ich lerne gerade, wie ich dafür selbst verantwortlich bin.

Ich habe lange mit dieser Entscheidung gehadert, gerade weil ich auch Angst hatte, dass ich vielleicht mit Britney Spears verglichen werde, die danach ihren psychischen Zusammenbruch hatte. Bei mir ist es anders. Ich fange an mich selbst zu finden. Und ich fange an mich selbst zu mögen. Nach dem Schritt erhielt ich viel positiven Zuspruch, was dazu führte, dass ich mich so akzeptiert fühlte, wie ich einfach bin.

Das bisher beste ist, dass mir auf den Sozialen Plattformen wildfremde Menschen eine Nachricht schreiben, dass sie mutig finden, dass ich diesen Schritt gegangen bin. Und so fühle ich mich auch. Mutig und stark. Ich habe das Gefühl, dass ich unseren Alltag schaffen kann und dass ich aber auch ich selbst sein darf. Mehr möchte ich im Leben nicht. Das reicht mir. <3

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.