Wenn Mama krank ist

Das hier zu schreiben, fällt mir absolut nicht leicht. Warum ich es dennoch mache? Weil ich sicherlich nicht alleine damit bin. Ich erhoffe mir irgendwie, dass es mir leichter fällt, wenn mein Umfeld komplett weiß, was eigentlich los ist. Viele Gerüchte und Aussagen sind im Umlauf, die so irgendwie nicht richtig sind.

Eines möchte ich vorab klarstellen. Ich liebe meine Kinder, mehr als alles andere auf dieser Welt. Nicht die Mama sein zu können, die ich gerne wäre, bricht mir jeden Tag aufs Neue das Herz. Man bringt ein Kind in diese Welt und verspürt den Drang es vor allem Schlechten auf dieser Welt beschützen zu wollen.

 

Doch in letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass genau das, ich bin. Das Schlechte. Im Juli habe ich eine Epilepsie entwickelt, die seither mein Leben bestimmt. Zum Teil ist es eine echte Epilepsie, zum Teil eine rein psychogene. Für die Außenstehenden ist das eine Situation, die unberechenbar ist. Für mich auch. Es gibt manchmal Anzeichen, die einen Anfall ankündigen und manchmal falle ich einfach so um.

 

Ich war mehrere Monate in der Behandlung, um die Anfälle zu reduzieren. Leider nicht zielführend und noch immer habe ich mehrere Anfälle in der Woche. In der letzten Zeit haben diese sich leider derart entwickelt, dass sie in der Intensität deutlich zugenommen haben.

 

Wie beeinflusst das meine Kinder und mich? Seit Juli können die Beiden nicht mehr bei mir wohnen. Es wäre zu gefährlich für sie. Sie leben bei ihrem Vater und haben dort einen schönen und harmonischen Alltag. Fernab von meiner Krankheit. Das ist erstmal an sich schon eine harte Nuss für mich zu verdauen. Sie haben, seit sie auf der Welt sind immer bei mir gelebt. Ich konnte eine Mama sein.

 

Die Krankheit nimmt mir das. Ich besuche die beiden regelmäßig. Aber diese Besuche sind immer unglaublich anstrengend. Vorrangig, weil ich Angst habe, wieder umzufallen. Das sollen die Beiden einfach nicht mitbekommen. Das haben sie nicht verdient. Das ist der Punkt, wo ich immer wieder traurig bin und mit dem Schicksal hadere. Es ist unfair und nicht zu erklären.

 

Irgendwann, wenn sie älter sind, hoffe ich, dass uns diese Zeit nicht im Weg steht. Ich möchte ihnen zeigen, was es bedeutet, wenn man immer wieder aufsteht und von vorne beginnt. Sie sollen kennenlernen, was Resilienz bedeutet und dass man auch, wenn man krank ist, ein gutes Leben führen kann.

 

Derzeit bin ich die „Besuchsmama“ und muss mich erstmal in dieser Rolle zurechtfinden. Es bedeutet, sich an eine neue und vielleicht auch nicht zufriedenstellende Situation einzulassen. Gestern sagte mir ein Arzt, dass dies nicht für immer so sein wird und ich einfach durchhalten soll. Und darauf vertraue ich gerade.

 

„Es werden auch wieder bessere Zeiten kommen!“ Und den Kindern geht es gut, was das Wichtigste im Leben ist.

YouTubeChannel

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Cookie-Einstellung

Bitte treffen Sie eine Auswahl. Weitere Informationen zu den Auswirkungen Ihrer Auswahl finden Sie unter Hilfe.

Treffen Sie eine Auswahl um fortzufahren

Ihre Auswahl wurde gespeichert!

Hilfe

Hilfe

Um fortfahren zu können, müssen Sie eine Cookie-Auswahl treffen. Nachfolgend erhalten Sie eine Erläuterung der verschiedenen Optionen und ihrer Bedeutung.

  • Alle Cookies zulassen:
    Jedes Cookie wie z.B. Tracking- und Analytische-Cookies.
  • Nur First-Party-Cookies zulassen:
    Nur Cookies von dieser Webseite.
  • Keine Cookies zulassen:
    Es werden keine Cookies gesetzt, es sei denn, es handelt sich um technisch notwendige Cookies.

Sie können Ihre Cookie-Einstellung jederzeit hier ändern: Datenschutz.

Zurück